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Neuigkeiten / Presse
2014-07-19
 

Simson: "Und die rollen noch in 20 Jahren"

Dank des Chemnitzer Unternehmers Falko Meyer lebt Thüringer Mopedmarke weiter

Suhl (dapd-lsc). Heidemarie Preißler hat in ihrem ganzen Berufsleben eigentlich nie etwas anderes gemacht: Seit dreißig Jahren steht die gelernte Zweiradmechanikerin an ihrem Arbeitsplatz in den ehemaligen Suhler Simson-Werken und speicht Räder ein. Zuerst fädelt sie die dünnen Metallstäbe in eine Nabe, zurrt diese dann fest und justiert das fertige Rad schließlich mit einer uralten Messlehre. Abertausende Mopedräder sind so schon durch Preislers kräftige Hände gegangen. Dennoch, sagt die 55-Jährige, mache ihr der Job noch Spaß. "Mich hat das schon als junges Mädchen interessiert und ich kann mir nichts anderes vorstellen".

Dass Heidemarie Preißler und 14 weitere Beschäftigte in Suhl noch immer ihr Auskommen mit der einstigen Traditionsmarke Simson haben, ist indes ein kleines Kuriosum. Denn seit zehn Jahren ist das einstige DDR-Unternehmen schon pleite und es werden längst keine Mopeds mehr produziert. Allerdings gibt es derzeit noch fast 300.000 fahrbare Exemplare, deren Besitzer noch immer mit Ersatzteilen versorgt werden müssen, wie Falko Meyer sagt, der Geschäftsführer des Simson-Nachfolgers MZA. "Wer ein Moped aus Suhl hat, wird es immer haben wollen und es deshalb auch immer wieder reparieren. Und das ist unser Job", sagt der 47-Jährige.

Dass Meyer so spricht, ist keine Werbemasche, sondern echter Enthusiasmus. In einem Dorf bei Chemnitz aufgewachsen, entdeckte Meyer schon mit zehn Jahren seine Leidenschaft für die Zweiräder aus Suhl. "Die waren unser einziges Hobby. Es gab für uns nichts Schöneres als zu basteln und dann damit zu fahren", sagt Meyer. Die Begeisterung des Sachsen für die Thüringer Mopeds hielt ein Leben lang und ließ Meyer schließlich zum Chef eines Unternehmens werden, das zu DDR-Zeiten etwa 3.500 Beschäftigte zählte und fünf Millionen Mopeds produzierte.

Zu dem Job kam der gelernte Schlosser und Hobbymechaniker Meyer allerdings nur über Umwege. 1988 aus der DDR ins hessische Kassel übergesiedelt, kam er erstmals nach der Wende ins thüringische Suhl. Damals hatte er eine Marktlücke für die 60 Stundenkilometer schnellen Ostfahrzeuge entdeckt und war auf der Suche nach Restbeständen. "Im Osten wollte die Mopeds keiner mehr haben und im Westen wurden die immer beliebter, weil die schneller waren", sagt Meyer. Also begann er damit, Fahrzeuge in seiner alten Heimat aufzukaufen und sie in einer Scheune für den Wiederverkauf zu präparieren.

Aus dem Nebenjob wurde schließlich ein mittelständisches Unternehmen, als Simson 2003 Insolvenz anmeldete. "Wir haben die Lagerbestände, Werkzeuge und Lizenzen aus der Insolvenzmasse gekauft", sagt Meyer. Seitdem beliefert er deutschlandweit 1.500 Händler sowie Kunden in Polen, Ungarn und Skandinavien mit Ersatzteilen. Neue Teile lässt er in Taiwan produzieren, in Suhl hat er die Veredelung und Verarbeitung angesiedelt.

Dieses Konzept geht bislang auf, mittlerweile beschäftigt Meyer 50 Leute. Das Unternehmen verzeichnet jährliche Umsatzsteigerungen von zehn Prozent - ein Ende ist nicht abzusehen. "Sie können heute einen Roller aus China für 800 Euro kaufen, den müssen sie aber auch nach fünf Jahren wegschmeißen. Simson werden sie wahrscheinlich noch ihren Enkeln vererben", sagt Meyer und ist sicher, dass er auch noch in 20 Jahren Ersatzteile produzieren wird. Denn so lange, schätzt er, rollen die Simson-Fahrzeuge mindestens noch.

dapd

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erschienen am 18.07.2011
© Copyright dapd Nachrichtenagentur GmbH




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Fußnoten:
* Keine Marke von MZA. Soweit diese Marke im Zusammenhang mit Produkten verwendet wird, dient dies nur zur Beschreibung und Zuordnung der Ersatz- und Zubehörteile für die verwendbaren Fahrzeugmodelle.