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Neuigkeiten / Presse
2014-07-06
 

Ein Leben für die Simson-Mopeds 

50 Jahre Berufsleben als KFZ-Meister: Harry Windisch



Es gibt Leute, die wollen auch noch als Rentner mehr als eine Kuhle im Sofa hinterlassen. Einige von ihnen sind deshalb sogar bis ins hohe Alter im Job aktiv - eigentlich wäre 2002 für Harry Windisch aus Wilau-Haßlau das richtige Jahr gewesen, um aufzuhören, seinen Beruf als KFZ-Meister an den Nagel zu hängen. 69 Jahre jung war er damals, als seine Werkstatt an der Schneeberger Straße im Augsust über Nacht 1,40 Meter unter Wasser stand. Etwas in Sicherheit bringen, dafür blieb keine Zeit. Die Zwickauer Mulde war schneller. Auch sein wichtigster Geschäftspartner, die Simson Zweirad GmbH in Suhl, stellte in jenem Jahr die Mopedproduktion ein.

"Hör endlich auf!", drängte ihn seine Frau damals. "Ich konnte das alles doch nicht einfach aufgeben", erzählt der inzwischen 75-Jährige. Bis heute steht er von Dienstag bis Freitag jeweils sieben Stunden in der Werkstatt, die er 1971 mit einer mühsam erkämpften Gewerbeerlaubnis eröffnete. Und bis heute repariert er dort ausschließlich Mopeds der Marke Simson. "Sicher ist der Umfang nicht mit dem von früher vergleichbar. Da habe ich jeden Montag von 6 bis 7 Uhr Reparaturaufträge entgegen genommen. Es gab Arbeit über Arbeit und vier Wochen Wartezeit waren normal. Wer mich nicht persönlich kannte, brachte meist einen Kasten Bier mit, damit er dran kam", blickt der agile Senior schmunzelnd zurück. Tausende Schwalben, Stars, Spatzen, Sperber, SR1 und SR2 sind durch seine Hände gegangen. 15 solcher legendären Zweiräder stehen aufgemotzt als eine Art Visitenkarte in den beiden Werkstatträumen.

 

In den ersten Jahren nach der Wende sei das Pensum deutlich weniger geworden. Deshalb habe er auch begonnen, Fahrräder zu verkaufen und zu reparieren. „Aber damit habe ich wieder aufgehört. Das Sortiment ist zu groß und man kann nicht Tausende Ersatzteile auf Vorrat einkaufen“. Wenn trotzdem jemand sein Rad bringt, dann kann Harry Windisch vor allem bei Frauen schwer Nein sagen. „Die Schaltung einstellen oder einen Reifen wechseln, das mache ich dann schon.

 

In einer Ecke rostet eine alte Schwalbe vor sich hin. „Die hat mir ein Kunde gebracht. 500 Euro hat er dafür bezahlt. Ich soll sie komplett durchchecken. Manche geben sogar 1000 Euro für so einen Oldtimer aus“. Die Zweiräder erleben inzwischen einen Boom, weiß Windisch. „Vor allem jene, die bis 1992 produziert wurden, stehen hoch im Kurs. Mit denen konnte man bis zu 60 Sachen fahren. Danach mussten sie auf 50, ab 2002 auf 45 km/h gedrosselt werden“. Und weil es im weiten Umfeld kaum noch jemanden gebe, der diese Maschinen repariert, würde für ihn die Arbeit kaum weniger. An einem aufgebockten, liebevoll restaurierten Sperber erneuert er gerade die Elektrik. Natürlich fährt er die Mopeds der Kunden auch. „Das gehört doch zur Durchsicht. Außerdem: Wenn man täglich fährt, verlernt man das nicht“.

 

Der Schalk spricht aus seinen Augen, als er die kurioseste Episode seines auf den Tag genau 50-jährigen Berufslebens als KFZ-Meister erzählt. „Da kam doch tatsächlich mal ein Mann aus Altenburg mit seinem Moped. Er hatte die ganze Strecke geschoben, weil es nicht mehr ansprang. Fehlersuche und Reparatur dauerten keine fünf Minuten. Ich wechselte als erstes den Kerzenstecker und schon lief es wieder.“

 

Einen Nachfolger hat Harry Windisch nicht in Sicht. Die einzige Tochter hatte frühzeitig abgelehnt mit der Begründung: „Mit solchen Händen wie du kriege ich doch keinen Mann.“ Auch die Enkelin zog es in eine andere, saubere Branche. Nur in einem Punkt gleichen sich ihre Berufskarrieren: Alle entschieden sich für die Selbstständigkeit. Harry Windisch hat diesen Schritt nie bereut. „Als junger Mensch war das für mich ein unerfüllbarer Traum.“ Seit 38 Jahren ist er Wirklichkeit, der rüstige Mann ist sein eigener Chef und einziger Angestellter. „So bleibt das bis zum 80. Geburtstag. Dann arbeite ich halbe Tage.“

Quelle: Freie Presse Zwickau, 06.07.09 (Text: Gabi Thieme, Foto: Wolfgang Thieme)


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Fußnoten:
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